Katja H. ist Tarot-Designerin „in the making“. Hier gibt sie exklusive Einblicke in ihren Schaffensprozess. Das bis dato namenlose Deck umfasst aktuell 15 Karten mit sehr persönlichen Motiven – einige zu persönlich für eine Abbildung auf Tarot-Guide.de.
Bislang sind 15 Tarotkarten entstanden. Wie kamst du auf die Idee, ein Tarot mit sehr persönlichen Motiven zu illustrieren?
Mein Freund ist großer Tarotfan und irgendwie lag es da doch sehr nahe, gemeinsame Erinnerungen in Form eines Decks festzuhalten. Ich wollte ihm damit ein sehr persönliches Geschenk machen, das er sowohl ausstellen als auch tatsächlich nutzen kann.
Wie bist du beim Design der einzelnen Karten vorgegangen?
Der Prozess hat sich stetig verändert. Am Anfang war ich noch euphorisch und dachte mir: “So schwer kann es ja nicht sein, 78 Karten zu illustrieren.” Allerdings habe ich schnell festgestellt, dass es doch schwieriger als gedacht ist und dass auch das gemeinsame Fotomaterial noch nicht für so viele Karten ausreicht. Ich habe dann einfach damit angefangen, mir die klassischen Waite Smith Karten anzuschauen und zu überlegen, ob mir geeignete Fotos für die jeweiligen Motive einfallen. Ist mir nichts eingefallen, habe ich die Karte ausgelassen. Wo mir etwas eingefallen ist, wurde adhoc illustriert. Beim Fool war etwa schnell klar, dass hier nur meine leicht tapsige, etwas naive Katze Guinness infrage kommt.
Weil ich dafür allerdings immer die gesamte Camera Roll auf meinem Handy durchscrollen musste, habe ich den Prozess nach einiger Zeit umgestellt. Also habe ich mir Highlightbilder ausgesucht und – wie könnte es anders sein – GTP gefragt, welche Tarotkarte dazu passen könnte. Das hat zwar nicht immer perfekt gepasst, aber trotzdem hat es mir geholfen, etwas abstrakter zu denken und mich nicht mehr so sehr an der tatsächlichen Vorlage aufzuhängen. Die Karten wurden dann weniger “literal” und etwas symbolischer.

Wo hast du Deutungen und Referenzen der jeweiligen Karte recherchiert?
Man soll nicht lügen: Ich habe nicht tarotguide genutzt, sondern hauptsächlich eine Konkurrenzseite, auf der jede Karte sehr detailliert beschrieben wird. Diese kleinen Details habe ich dann versucht, im Design unterzubringen. Auf der Karte “The Chariot” ist etwa ein orangefarbenes Quadrat zu sehen. Im Original ist das Quadrat auf dem Brustpanzer der dargestellten Figur zu finden. Die zwei Halbmonde auf dessen Schultern habe ich in den Scheinwerfern versteckt.
Welche anderen Decks waren – außer dem Waite-Smith-Tarot – für dich inspirierend?
Keine. Ich habe jeweils versucht, die Karte entweder klassisch (aber natürlich mit kleinen Insidern gespickt) umzusetzen oder sie ganz frei interpretiert und mich eher von den vorhandenen Fotos inspirieren lassen als von anderen Decks. Das war etwa bei The Empress der Fall: Das Foto war so gut, dass es verewigt werden musste und dann musste ich eigentlich lediglich nach der symbolisch passenden Karte suchen. Damit es trotzdem noch ein wenig an Waite-Smith erinnert, habe ich die 12 Sterne der Originalkarte (in der Krone versteckt) übernommen.

Wie heißt das Deck eigentlich?
Das ist eine Frage für Zukunfts-Katja.
Einen Namen werde ich mir spätestens dann überlegen müssen, wenn es an die Gestaltung der Rückseite geht. Aber bis dahin wird es vermutlich noch etwas dauern.
Wie geht es mit dem Deck und deiner Karriere als Tarot-Designerin weiter?
Eins steht fest: Das Deck soll ein Einzelstück bleiben. Sobald es abgeschlossen ist, wird meine Karriere als Tarot-Designerin beendet sein. Was ich mir höchstens noch vorstellen kann, ist für manche besonders “wichtige” Karten noch alternative Varianten zu gestalten.
